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KBV: Bereitschaftsdienst soll verbessert werden

30.08.2017 13:24 Uhr  

Themen: Gesundheitspolitik   Ärzte   Krankenhäuser  

Hinweis: Dies ist eine gekürzte Fassung aus unserem InfoPool. Die Langfassung sowie eine Vielzahl an Dokumenten finden Abonennten im InfoPool.

Soeben stellte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Berlin die Ergebnisse zweier Versichertenbefragungen vor. Demnach seien zwar die Wartezeiten insgesamt leicht gestiegen (vor allem bei Fachärzten). Größere Unterschiede zwischen gesetzlich Krankenversicherten und privat Versicherten konnte die beauftragte Forschungsgruppe Wahlen bei ihrer telefonischen Umfrage bei etwas mehr als 6.000 Versicherten jedoch nicht feststellen.

Die älter werdende Gesamtbevölkerung macht auch vor den rund neun Millionen privat Versicherten nicht halt. Die Folge: Die Zahl der Arztbesuche steigt, und es gibt weniger Unterschiede bei den Wartezeiten (im Vergleich zu 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten). Von einem Gerechtigkeitsproblem könne also keine Rede sein, so Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Das Kollektiv der Privatversicherten altert anders als die GKV.“ In der GKV gebe es überproportional mehr junge Menschen, während in der PKV schlichtweg ein Nachwuchsproblem existiere. Bei der Terminvergabe werde nach Dringlichkeit entschieden, betonte Gassen.

Notfallstrukturen: Keine Fortschritte, aber eine App-Idee

Fokusgruppen lieferten laut Befragung Hinweise darauf, dass Patienten zum Teil erhebliche Probleme haben, sich in den Notfallstrukturen zurechtzufinden. Zum aktuellen Stand der Neuorganisation der Notfallstrukturen wollte sich der KBV-Vorstand nicht wirklich äußern. Man sei weiter in engen Arbeitsgruppen-Gesprächen mit dem Marburger Bund. Auch mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft werde wiederkehrend gesprochen. Und dann gab es natürlich noch den gewohnten Peitschenhieb: Der immer wiederholte Vorschlag der DKG, dass man alles so lasse und einfach mehr Geld ins System pumpe, werde ja nicht besser dadurch, dass man ihn immer wiederhole. KBV und DKG sind sich also immer noch nicht nähergekommen. Viel Arbeit hat die KBV noch beim Bekanntmachen der Nummer des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes vor sich. Gassen sprach von unbefriedigenden Befragungsergebnissen. Wenn fast die Hälfte der Befragten zu sprechstundenfreien Zeiten automatisch in die Krankenhausambulanzen ströme und knapp 70 Prozent die bundesweite Rufnummer 116117 nicht kenne oder richtig memoriere, dann weise dies auf ein strukturelles Problem hin. Die Rufnummer soll weiter beworben werden. „Wir werden auch unsere Bemühungen verstärken, eine Notfall-App auf den Weg zu bringen. Die soll später mit der 116117 verbunden werden und ein zentraler Wegweiser für die Patienten sein, um die richtige Versorgungsebene ansteuern zu können“, ergänzte Dr. Thomas Kriedel, dritter Vorstand der KBV.


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